Kim Wilde - Never Say Never
Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich nochmal ein neues Kim-Wilde-Album und dieses Werk ist es defintiv Wert, es auch hier zu erwähnen. Kurze Infos aus der Vergangenheit:nach dem Flop des 95er Albums "Now & Forever" , ein vollkommen misslungener Versuch in den Soul-Bereich, wurde es relativ still, allerdings war Kim niemals untätig. 1996 spielte sie im Musical "Tommy" in London auf,widmete sich danach der Gärtnerei,machte unter anderem Fernsehshows über Gartendesign und veröffentlichte mittlerweile zwei Bücher. Musikalisch gab es drei Songs, eine Dance-Nummer namens "Loved" im Rahmen einer Best of,die auf kein grosses Interesse stiess und eine Cover-Version von Steppenwolfs "Born To Be Wild" die besser aus ihrer Discographie gestrichen werden sollte. Erst als Gastsängerin bei Nena, die mit "Irgendwie,irgendwo,irgendwann" erneut einen Riesenhit landete und einigen 80er Jahre Shows, kam der musikalische Erfolg allmählich wieder. Nun liegt das aktuelle Album "Never Say Never" vor,welches von niemand geringerem als Nena-Produzent Uwe Fahrenkrog-Petersen produziert wurde und einen kompletten Einblick in Ihre musikalische Laufbahn bietet, mit 8 neuen Songs und 6 Neuinterpretationen ihrer alten Hits. Von den neuen Songs sind besonders "Perfect Girl" ,"Game Over" und "I Fly" erwähnenswert, die richtig rocken,letzteres erinnert sogar ein wenig an Blurs "Song 2". Mit "Forgive Me" wird uns eine melancholische Pop-Dance- Nummer geboten und das gut gelaunte "Baby Obey Me" klingt,als würden die Chili Peppers auf Ace Of Base treffen. Zu den Neuinterpretationen: Neue Varianten von Klassikern,sind ja in gewisser Weise immer gewöhnunsbedürftig, wenn man sehr an den Originalen hängt, trotzdem ist jede für sich ziemlich gut geworden. Im Radio hört man die leicht angerockte Single-Auskopplung "You Came" rauf und runter, ein absolutes Highlight jedoch ist die Neuauflage von "Kids In America" im Duett mit Ex-Ash-Bassistin Charlotte Hatherley. Ebenfalls hitverdächtig eine neue Version des Supremes-Covers "You Keep Me Hangin’ On" im Duett mit Nena, weiterhin wurde "View From A Bridge" elektronisch-tanzbar aufgepeppt und die Ballade "Four Letter Word" wurde nochmal überarbeitet,welche allerdings nie zu meinen Favoriten gehörte. Als Bonustrack gibt es den Paul-Oakenfold-Remix von Cambodia,der als Remix super ist, aber aufgrund der fehlenden Gesangspassagen selbstverständlich nicht ans Original rankommt. Dieses Comeback ist für eine der Überraschungen des Jahres, bleibt zu hoffen,dass es eine weitere Zusammenarbeit mit Fahrenkrog-Petersen geben wird, mit vielen Songs,die ähnlich nach vorn gehen wie diese neuen Tracks. Insgesamt knüpft dieses Album an die Zeit 81-86 an, die Folgealben wurden wesentlich zurückhaltender und boten nichts neues.