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Lange angekündigt und nun zur Hochzeit der Retro- und Re-Union-Welle doch released (Nicht zuletzt, weil sich die beiden lange zerstrittenen Köpfe von Nitzer Ebb Douglas McCarthy und Bon Harris nun doch (zweckgebunden ?) wieder zusammengerauft haben), gibt es nun schon seit einiger Zeit eine "Best of" dieser oft neben Kraftwerk, DAF und Front 242 für Techno und Dancefloor als wegweisend bezeichneten Band.
War am Beginn der DAf’sche Einfluss noch sehr markant zu hören (die Hauptakteure waren 16), enwickelte NEbb recht schnell seinen ureigenen Sound, der zu der Zeit in Punkto Energie und "Aggresivität" neben der Technik des "Schlagwörter-Shoutings" (Bekanntestes Beispiel "Join in the Chant) seinesgleichen suchte. Auch live präsentierte man sich brachial, Musik vom "Band" und neben dem sich ständig in Bewegung befindlichen Sängers 2 Drummer an Standschlagzeugen (auch von DAF abgeschaut), die wie Irrwische auf Ihre Geräte einschlugen.
Waren "Isn’t it funny how Your Body works" und "Warsaw Ghetto" Anfang der Achtziger noch "geheime" Clubhits, so änderte sich das spätestens mit dem Release des Albums "That Total Age", das einschlug wie eine Bombe und dessen Tracks bis heute wohl zu den meistgespielten in jedem Club mit ektronischem Programm gehören ("Murderous", "Join in the Chant", "Let Your Body Learn"…).
Diese Erfolgsgeschichte setzte sich mit dem Nachfolgealbum "Belief" fort, dass aber auch schon "besinnlichere" Töne anschlug und zusammenhängende Texte enthielt, was sich beides aber nicht negativ auf die Power auswirkte, die NEbb’s Musik weiterhin austrahlte.
Einen Wendepunkt stellte sicherlich "Showtime" dar, auf dem der Stil weiterhin verfeinert wurde und das für die Zeit experimentellere Töne anschlug, die teilweise minimal bis sogar jazzig ("Nobody Knows") daherkamen. Einzigartig auch der Einsatz von gesampelten Blasinstrumenten bei "Lightning Man".
Mit "Ebbhead" vollführte man dann den endgültigen "Stilbruch" mit dem klassischen EBM, indem man z.B. Gitarrensounds einbaute und sehr vielschichtigere Arrangements einführte. Danach war es bis auf einen Gastsängereinsatz von Douglas bei Recoils (Alan Wilders Seitenprojekt zu Depeche Mode) "Faith Healer" erst einmal sehr still um die Band. Dies war nicht zuletzt auch auf die aufkeimenden Schwierigkeiten zwischen Douglas und Bon zurückzuführen.
Als dann irgendwann doch das Album "Big Hit" herauskam, kamen viele Fans damit überhaupt nicht klar, wozu die schon fast rockband-mässige Besetzung der Band und die totale Abkehr von allem, was man zuvor gemacht hatte, ihr Übriges beitrug. Zusätzlich liess die Band verlauten, daß sie ihre "Message" mittels rein elektronischer Musik nicht mehr "rüberbringen" könne, was viele Fans angesichts des bis dahin veröffentlichten Werkes nicht nachvollziehen konnten.
Nach diesem Album kam dann auch der endgültige Bruch zwischen Bon und Douglas und Nitzer Ebb wurde für "tot" erklärt. Erst die Zusammenarbeit zwischen dem französichen Techno-DJ und Musiker Terence Fixmer und Douglas McCarthy (Fixmer/McCarthy) brachte wieder "Leben in die Bude" und Douglas entdeckte für sich wieder den Spass an Live-Auftritten und Musik an sich. Gerüchte um eine kommende Best of und eine Re-Union von Nitzer Ebb wurden immer hartnäckiger und bei einem Treffen von Bon und Douglas wurde dann doch eine Tour ausgemacht und es entstand in der Folge dann doch die hier besprochene CD, wobei aber klargemacht wurde, dass es kein neues Material geben werde. Es wird noch eine Remix-CD folgen, die aber im Wesentlichen die vor ein paar Jahren von namhaften Techno-DJ’s angefertigten und auf Vinyl erschienenen Novamute Remixe (The Hacker, Phil Kieran, Thomas P.Heckmann, Terence Fixmer…) enthalten wird.
Zur CD selber ist zu sagen, daß sie wirklich minimal aufgemacht ist, keine Bandgeschichte, kein aufwändiges Cover. Dennoch Pflichtkauf für jeden, der einen Gesamtüberblick über das Schaffen dieser Ausnahmeband im elektronischen Bereich haben möchte oder einfach Futter für DJs, die damit alle anderen Alben im Koffer (fast) sparen können. Für Sammler des Werkes von NEbb enthält die Tracklist allerdings keine Überraschungen, wer kein Vinyl besitzt findet aber ein paar Remixe darauf, die nie auf CD erschienen sind.
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